Glaukom – Grüner Star
Vortrag vom 22.06.2010
Referent: Dr. Ungerechts, niedergelassener Arzt in Freiburg und Waldkirch
Das Glaukom ist eine der häufigsten Erblindungsursachen, sowohl in den Industriestaaten als auch in Entwicklungsländern. Rund 500.000 Deutsche leiden an einem erhöhten Augeninnendruck, 10 % davon droht die Erblindung. Die Dunkelziffer liegt bei mindesten 1 Million.
Im Überblick
Was ist Glaukom?
Das Glaukom auch Grüner Star genannt ist eine der häufigsten Erkrankungen des Sehnervs. Neben einem erhöhten Augeninnendruck können eine gestörte Durchblutung des Auges und oxidativer Stress zu Schädigungen des Sehnervs führen. Die typischen Folgen dieser Schädigungen sind Gesichtsfeldausfälle und im Extremfall Erblinden.
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Häufigste Ursachen
- Altersbedingte Ablagerungen oder Gewebeveränderungen führen zu einer Behinderung der Abflusswege des Kammerwassers. Der Druck steigt langsam an und ist meist mäßig erhöht (chronisches Glaukom).
- Bei einem Teil der Erkrankten besteht eine erbliche Vorbelastung.
- Der Winkel im Auge, in dem die Abflusswege des Kammerwassers liegen (Kammerwinkel) ist bei einigen Menschen sehr eng. Durch unterschiedliche Einflüsse kann der Kammerwinkel so stark verengt werden, dass das Kammerwasser nicht ausreichend abfließt und es zu einer Druckerhöhung kommt.
- Bestimmte Grunderkrankungen wie Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen und starke Kurzsichtigkeit gehen mit einem erhöhtem Glaukomrisiko einher.
- Verletzungen, Entzündungen, Tumore, Gefäßerkrankungen des Auges.
- Manche Kinder kommen mit einem angeborenen Glaukom zur Welt.
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Wer sollte zur Früherkennungsuntersuchung gehen?
Menschen jenseits des 40. Lebensjahres und Personen, in deren Familie Fälle von Glaukom vorgekommen sind. Auch Kurzsichtige, Diabetiker (vor allem mit fortgeschrittenen Augenveränderungen) und Menschen mit Durchblutungsstörungen neigen eher dazu, ein Glaukom zu bekommen.
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Diagnose
Eine Messung des Augeninnendrucks allein ist für die Früherkennung des Glaukoms unzureichend. Die Diagnose kann nur durch eine eingehende augenärztliche Untersuchung gestellt werden, in deren Zentrum der Sehnerv-Check steht. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nicht lange.
Die Kosten für diese Untersuchung werden nicht von der Krankenkasse übernommen.
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Behandlung
Bei einem erhöhten Augeninnendruck entscheidet der Arzt, welche Therapie sinnvoll ist. Es gibt eine Reihe von Augentropfen, die den Augeninnendruck senken. Die gebräuchlichsten Wirkstoffe sind heutzutage Betablocker und das Prostaglandin-Analogon Latanoprost. Letztes hat den Vorteil, dass es im Gegensatz zu anderen Präparaten nur einmal täglich eingetropft werden muss und dabei dennoch am wirksamsten den Augeninnendruck senkt. Außerdem ist eine Operation oder Laserbehandlung möglich.
Der akute Glaukomanfall, der sich durch sehr starke Kopfschmerzen, Druckgefühle am Auge und Übelkeit äußert, ist ein Notfall, der akut behandelt werden muss.
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